Mir fiele auch Nancy Faesers Verwandte im Geist, die SPD-Innenministerin Niedersachsens, Daniela Behrens, als Gefahr für die Demokratie ein: Völlig verfassungswidrig – aber, hey, egal, wenn es um Rechts-„Extremismus“ geht! – werden reihenweise AfD-Kandidaten für Kommunalwahlen von sogenannten Wahlausschüssen boykottiert, also aussortiert und vom passiven Wahlrecht ausgeschlossen, immer mit derselben substanzlosen Begründung, sie ließen „Zweifel an der Verfassungstreue“ aufkommen (wodurch eigentlich konkret?). Prominentestes Beispiel, aber bei weitem nicht das einzige und nicht auf Niedersachsen beschränkt, der Bundestagsabgeordnete Martin Sichert für die Landratswahl in Friesland. Man erinnert sich auch an den kurzfristigen Ausschluss des aussichtsreichsten Kandidaten für das Oberbürgermeisteramt in Ludwigshafen, Joachim Paul, im vergangenen Jahr. Das Recht in dieser Weise gegen den politischen Wettbewerber zu instrumentalisieren ist grundsätzlich antidemokratisch. Bei autoritären Regimen wie etwa in Weißrussland oder der Türkei hätte so ein Vorgang zu bundesweiter medialer Empörung und zu einem lautstarken Aufschrei in allen deutschen Talkshows geführt.
So weit ist es also schon gekommen, dass politische Wettbewerber über die Zulassung und Nichtzulassung von Konkurrenten entscheiden, ohne dass ein einziges juristisches Verfahren gegen die Ausgeschlossenen vorliegen muss. Rupert Scholz, Verfassungsrechtler und ehemaliger Ko-Vorsitzender der Gemeinsamen Verfassungskonvention (GVK) neben Henning Voscherau, hat dazu alles Notwendige gesagt, und es bedarf eigentlich keines weiteren Beweises dafür, dass Menschen, die solche Praktiken willkommen heißen oder gar betreiben, rein gar kein Bekenntnis zur FREIHEITLICH-demokratischen Grundordnung ablegen, sondern diese im Kern sogar mit Ansage verachten, genau wie in den Zeiten des Corona-Staatsterrors, vor dessen Aufarbeitung die Schuldigen eine begründete panische Angst entwickeln, die vielleicht am besten erklärt, weshalb eine Landtagswahl plötzlich zur Schicksalswahl für die Demokratie hochgejazzt wird. In Wahrheit dürfte es um eine sehr konkrete Bewährungsprobe für das eigene politische Überleben derer gehen, die als Polit-Marionetten nach all ihrer jahrelangen Hass-und-Hetze-Propaganda gegen Maßnahmen- und Narrativkritiker verdientermaßen Gefahr laufen, in den unehrenhaften vorzeitigen Ruhestand geschickt zu werden.
Dr. Peer Findeisen

