Sehr geehrte Bürger,
vor einiger Zeit hatten wir hier an dieser Stelle die fehlende Bürgernähe bei der „Vollstreckung“ der Grundsteuerbescheide beklagt.
Unsere Bitte, sich in Zukunft bürgernäher zu verhalten, hat offensichtlich nicht gefruchtet.
Schon bei geringem Zahlungsverzug werden vonseiten der Stadt Mahn- und Versäumnisgebühren erhoben und mit der Zwangsvollstreckung gedroht.
So schafft man sicher kein Vertrauen zu den Behörden und Akzeptanz zu Steuerzahlungen.
Dabei würde es doch völlig genügen, die Betroffenen im ersten Schritt an die Zahlung zu erinnern, statt sofort den „Vorschlaghammer“ auszupacken.
Zumal man sich als Grundbesitzer fragt, wieso man für den Besitz seines Grundstückes Steuern zahlen soll (gleichbedeutend mit einer Vermögenssteuer), aber andere Vermögen (Geld, Aktien) nicht besteuert werden.
Es ist auch kein Gegenwert für die Grundsteuer erkennbar, wie das generell immer mehr auch für alle anderen Steuern gilt.
Trotz ständig steigender Steuerlast, verringern sich die Leistungen des Staates immer weiter, sei es im Bereich der äußeren und inneren Sicherheit, dem Gesundheits- und Bildungswesen oder der Infrastruktur.
Diese mangelnden Leistungen sind auch in Schriesheim an der Infrastruktur durchaus erkennbar.
Eine verspätete Zahlung von Steuern oder Gebühren, kann außer durch schlichtes Vergessen, auch dadurch begründet sein, dass die Menschen einfach nicht mehr genug Geld haben. Neben der hohen Steuerlast kommen noch steigende Sozialausgaben und massiv gestiegene Lebensmittel- und Energiekosten hinzu. Auch ist inzwischen wieder eine steigende Arbeitslosigkeit zu verzeichnen.
Verschiedene Parteivertreter haben aufgrund der prekären Haushaltslage in Schriesheim bereits angekündigt, die Einnahmesituation für Schriesheim verbessern zu wollen. Was nichts anderes bedeutet, als dass das Leben in Schriesheim noch teurer wird.
Offensichtlich haben auch viele Haus- und damit Grundstücksbesitzer mit finanziellen Problemen infolge des oben Gesagten zu kämpfen.
Ein Gang durch Schriesheim zeugt von einem teilweise starken Instandhaltungs- und Pflegerückstand.
In dieser Lage wäre es ratsam, wenn die Stadtverwaltung die steuerzahlenden Bürger etwas sorgsamer behandeln würde.
Denn eines sollte man im Rathaus nie vergessen: Die Stadtverwaltung hat dem Bürger zu dienen und nicht umgekehrt, wie vielleicht so mancher im Rathaus denkt.
In diesem Sinne hoffen wir, dass unser Aufruf zu mehr Bürgernähe diesmal Gehör findet.
Thomas Kröber

