Sehr geehrte Bürger,
wie der Verein Gegenwind Bergstraße mitgeteilt hat, war das Bürgerbegehren zum Thema Windkraft im Schriesheimer Wald erfolgreich. Das Quorum wurde sowohl in Schriesheim als auch in Dossenheim weit überschritten.
Damit sollte einem Bürgerentscheid nichts mehr im Wege stehen.
Dies ist aus demokratischer Sicht eine sehr erfreuliche Entwicklung, welche die Akzeptanz der Entscheidung für oder wider Windanlagen im Wald bei der Bevölkerung sicher deutlich erhöhen wird.
Nun wird es darauf ankommen, dass sich alle Schriesheimer intensiv mit der Materie auseinandersetzen, sofern dies nicht schon geschehen ist, um eine fundierte Entscheidung treffen zu können.
Auch die Schriesheimer Ökostromer sehen das so, wie im letzten Mitteilungsblatt zu lesen war.
Hinterfragen Sie die Argumente der jeweiligen Gruppen, egal ob es sich um Befürworter oder Gegner handelt.
Wir wollen das hier an dieser Stelle schon einmal mit den Argumenten der SPD tun, welche ebenfalls im letzten Mitteilungsblatt veröffentlicht wurden.
Die SPD warnt übrigens vor Angstkampagnen und Falschaussagen
So behautet die SPD, die Windindustrieanlagen wären nur von wenigen Orten aus in Schriesheim zu sehen. Diese Behauptung halten wir, gelinde gesagt, für gewagt. Anlagen mit einer Nabenhöhe von 140 m sind insgesamt über 200 m hoch. Auf dem Bergrücken des Weißen Steins, der etwa 400 m über dem Rheintal liegt, sind diese nicht zu übersehen. Sie würden die Landschaft – oder was davon noch übrig ist – dominieren.
Weiter meint die SPD, die Windanlagen würden den Schriesheimer Haushalt und damit die Schriesheimer Bürger entlasten. Dies ist eine Milchmädchenrechnung.
Windenergie im Binnenland ist nicht rentabel und kann nur durch Subventionen überleben. Diese Subventionen zahlt der Schriesheimer Bürger über hohe Stromrechnungen und Steuern.
Die Einnahmen, die durch Pacht über den Schriesheimer Haushalt an die Bürger zurückfließen würden, machen nur einen Bruchteil der Subventionen aus. Den Rest kassieren die Hersteller und Betreiber der Windkraftanlagen.
Zu guter Letzt vergleicht die SPD die geschotterten Flächen um die Windindustrieanlagen, welche die Landschaft nicht stören würden, mit den Waldwegen! Ein etwas schräger Vergleich. Zum einen sind die kahlen Stellen um Windräder zusätzliche Flächen im Wald, während Waldwege zwingend zur Bewirtschaftung notwendig sind.
Zum anderen geht es primär um 200 m hohe Bauwerke (zum Vergleich hat der Fernmeldeturm eine Höhe von 108 m), welche die Wälder zerschneiden.
Wie schon gesagt, glauben Sie nichts und hinterfragen Sie alles.
Thomas Kröber

