Sehr geehrte Bürger,
in Schriesheim befand (aktuell Ludwigshafen) sich die Deutsch-Japanische Gesellschaft Rhein-Neckar e. V. , welche sich der Völkerverständigung verschrieben hat und das Wissen um Japan und seine Kultur transportieren will.
Das ist ehrenwert und zu begrüßen, und wir wünschen dafür Energie und Erfolg. Um der japanischen Kultur näherzukommen, ist eine Beschäftigung mit der Literatur empfehlenswert. Dazu wollen wir den Schriftsteller Haruki Murakami (村上 春樹 Murakami Haruki geb. 12.01.1949) vorstellen. Seine Eltern unterrichteten japanische Literatur in der Nähe von Kobe. Er selbst interessierte sich schon früh für westliche Literatur und Musik und gelangte damals einfach an Bücher von amerikanischen Marinesoldaten. Dieser Einfluss ist in seiner schriftstellerischen Arbeit und seiner Lebensführung zu erkennen. Er entschied sich für eine literarische Tätigkeit, nach Studium (Theaterwissenschaft) und Eröffnung einer Jazzbar (Peter Cat), während eines Baseballspiels, wo er einen perfekten Schlag sah. Sein literarisches Werk erstreckt sich bis heute, und er gilt damit als einer der einflussreichsten Schriftsteller seines Landes. Die Bücher wurden auch ins Deutsche übersetzt (durch Ursula Gräfe), womit wir auch in den Genuss seines wortreichen und bildhaften Schreibstils mit vielschichtiger Tiefe kommen. Die Themen sind häufig das Verlassenwerden des Protagonisten und die nachfolgende Aufarbeitung seiner Vergangenheit. Titelbeispiele sind Wilde Schafsjagd, Naokos Lächeln, Kafka am Strand und 1Q84. Erfreulicherweise wurden einige Bücher vertont und sind als Hörbuch auf YouTube zu hören. Dazu konnte auch Rufus Beck gewonnen werden, der schon aufgrund seiner Stimme hörenswert ist.
Zweifellos bringt einem der Schriftsteller Haruki Murakami die japanische Kultur näher, da in seinem Werk zeitgenössische und uns bekannte Themen beschrieben werden, und uns während des Lesens oder Hörens ein Vergleich mit unseren eigenen Erfahrungen in unserer Kultur möglich sind. Diese kulturellen Unterschiede machen das Erleben des eigenen Kosmos und der Bilder, die durch Lesen von Literatur entstehen, wertvoll. Haruki Murakami war schon mehrfach Favorit für den Literaturnobelpreis, den Han Kang 2024 erhielt, die aus Südkorea stammt. Vielleicht erleben wir eine weitere Preisverleihung nach Ostasien. Lesenswert ist er zweifellos auch ohne Nobelpreis.
Thomas Kröber

